Klimaschutz
Klimaneutralität bis 2050, Energieeffizienz und erneuerbare Energien: Auf diese Ziele ist das Energiekonzept 2050 der Stadt St.Gallen ausgerichtet. Es umfasst die Bereiche Wärme, Strom, Mobilität sowie Konsum und Ressourcen. Über die Ziele, Massnahmen und den Fortschritt bei der Umsetzung informiert die Onlineplattform Energiemonitor St.Gallen.
Gemeinsam wirkt - St.Gallen wird klimaneutral
Die Stadt St.Gallen kann das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 nur erreichen, wenn alle ihren Beitrag leisten und gemeinsam wirken. Deshalb hat die Stadt die Kampagne "Gemeinsam wirkt - St.Gallen wird klimaneutral" lanicert. Sie bündelt Aktivitäten und Angebote zum Klimaschutz.
Stadtklima
Wie kann die Anpassung an den Klimawandel gelingen? Das zeigt der Fachbericht "Stadtklima St.Gallen". Im Zentrum steht die Hitzeminderung. Denn an heissen Tagen wird es in der Stadt St.Gallen deutlich wärmer als im Umland. Die Gründe dafür sind versiegelte Flächen, dunkle Fassaden, fehlende Grünflächen, eingeschränkte Windzirkulation sowie die Abwärme von Industrie und Verkehr.
Hitzetage und warme Nächte sind für die Bevölkerung eine gesundheitliche Belastung. Die Tropennächte haben in der Stadt St.Gallen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Aber auch tagsüber kann Hitze das Herz-Kreislauf-System belasten.
Hitze: Informationen und VerhaltenstippsFünf Handlungsfelder zur Minderung der Hitzebelastung
Damit die Stadt St.Gallen trotz zunehmend trockeneren und heisseren Sommermonaten eine angenehme Wohn- und Arbeitsumgebung, gesunde Luft und attraktive Naherholung bieten kann, sind Massnahmen erforderlich. Diese sind im Fachbericht "Stadtklima St.Gallen" in fünf Handlungsfelder gruppiert.
In Hitzephasen ist der Austausch der Luft in dichten Stadtteilen stark eingeschränkt. Vor allem nachts muss kühlere Luft aus den höheren Lagen den Hängen entlang in die Stadt fliessen können. Dieser Kaltluftfluss sollte durch Gebäude nicht verhindert werden. Die Lage und die Bauweise von Gebäuden und Infrastrukturen haben einen grossen Einfluss auf das Stadtklima. Ein weiterer Aspekt ist die optimale Beschattung von Gebäuden bzw. von gebäudenahen Flächen. Der Schatten der Gebäude selbst sorgt an heissen Tagen für mehr Aufenthaltsqualität im angrenzenden Strassen- und Aussenraum.

Die Wahl von Baumaterialien bei Gebäuden und Oberflächen hat einen grossen Einfluss auf das Stadtklima. Wenn Sonnenstrahlung auf eine Oberfläche trifft, wird ein Teil des Lichts in Wärme umgewandelt (absorbiert). Im Stadtraum heisst dies konkret, dass eine dunkle Hausfassade aus Beton oder eine asphaltierte Strasse einen grossen Teil der Sonneneinstrahlung in Wärme umwandelt, diese speichert und die Umgebungsluft erhitzt. Für eine möglichst geringe Erwärmung im städtischen Raum ist die Verwendung von hellen Materialien mit einer hohen Albedo (Rückstrahlungsvermögen) bei Hausfassaden, Strassen und Plätzen entscheidend.

Flachdächer und Fassaden zählen zu den wichtigsten begrünbaren Flächen auf dem zunehmend bebauten Stadtgebiet. Gebäudebegrünungen führen dazu, dass sich die Bauten bei direkter Sonneneinstrahlung weniger stark erwärmen. Die Pflanzen auf Dächern und an Fassaden verdunsten Wasser und kühlen damit die Umgebungsluft ab. Es wird zwischen extensiver und intensiver Begrünung unterschieden. Das Nutzungsziel bestimmt die Art der Begrünung.

Grünflächen erhitzen sich weniger stark und tragen mit der Verdunstung von Wasser aktiv zur Kühlung der Luft bei. Grössere Flächen (z. B. Parks oder Friedhofanlagen) können so viel kühle Luft produzieren, dass auch die angrenzenden Quartiere davon profitieren. Kleinere Grünräume vermögen die Temperatur lokal zu senken und innerhalb des erhitzten Siedlungsgebiets kühle Inseln zu schaffen. Es ist entscheidend, dass die bestehenden Grünflächen erhalten bleiben und neue geschaffen werden. Ein zentrales Element sind Bäume. Sie beanspruchen verhältnismässig wenig Bodenfläche und bilden gleichzeitig ein grosses Grünvolumen. So verhindern sie durch den Schattenwurf eine Aufheizung der Umgebung und produzieren zusätzlich kühle Luft. Auch unversiegelte Flächen tragen durch die Verdunstung von Wasser zu einem angenehmeren Stadtklima bei.

Offene Wasserflächen entziehen der Luft an heissen Tagen durch Verdunstung Wärme und kühlen sie ab. Je grösser das Gewässer, desto stärker dessen Kühlwirkung. Bewegtes Wasser erzielt eine stärkere Kühlung als stehendes. Durch die Bewegung wird die verdunstungsfähige Oberfläche vergrössert und der Austausch mit tieferen, kühleren Wasserschichten verstärkt. Mit der Verdunstung von Wasser erhöht sich gleichzeitig die relative Luftfeuchtigkeit. Dies kann das Wärmeempfinden wesentlich verändern.

Diese Handlungsfelder dienen der Stadt St.Gallen als Arbeitshilfe bei der Planung und Umsetzung von Projekten und fliessen in Rechtsgrundlagen, Strategien und Konzepte ein. Neben der öffentlichen Hand können private Akteurinnen und Akteure massgeblich zu einem angenehmen Stadtklima beitragen – seien es Liegenschaftsbesitzende, Planungs- und Architekturbüros oder Gartenbaufirmen.